
Workshop: Entwicklungswerkstatt
Unternehmenserfolg: Das Unsichtbare sichtbar machen
Selbständige, EPU´s sind mit zahlreichen Wechselwirkungen und "blinden Flecken" konfrontiert, die den Erfolg und die Lebensqualität maßgeblich beeinflussen. Viele wichtige Fragestellungen können durch strategische Unternehmensberatung gut geklärt werden. Hier geht es jedoch um andere Inhalte:
Viele - oft viel einflussreichere - Faktoren liegen tief in der Persönlichkeit und Interaktionen im persönlichen Umfeld verwurzelt. Diese sind typischerweise nicht Teil einer Unternehmensberatung.
Hier setzt diese Entwicklungswerkstatt an:
In systemischen Aufstellungen, inspirierenden Gruppenprozessen, hypnosystemischen Kreativ-Tranceprozessen machen wir solche psychosozialen Wechselwirkungen sichtbar und lassen Lösungsräume entstehen. Alle Teilnehmer der Gruppe unterstützen einander.
Symptome, denen wir auf den Grund gehen
- Angst vor Sichtbarkeit
- Angst vor Ablehnung
- Angst, zu teuer zu sein
- Schuldgefühl beim Geldverdienen
- Inneres Verbot, erfolgreicher zu sein als Eltern, Partner oder Herkunftssystem
- Loyalität zu Armut, Bescheidenheit oder „bravem Durchhalten“
- Unbewusste Selbstsabotage kurz vor Erfolg
- Konfliktvermeidung in Preisgesprächen
- Zu starkes Helfersyndrom
- Bedürfnis, von allen gemocht zu werden
- Innere Erlaubnis fehlt, wirklich Unternehmer zu sein
- Chronisches Überarbeiten als Identitätsersatz
- Perfektionismus als Ausrede gegen Veröffentlichung
- Dauerndes Lernen statt Verkaufen
- Diffuse Angst vor Verantwortung
- Verdeckter Widerstand gegen Wachstum
- Schwierigkeiten, Grenzen zu setzen
- Angst vor Kritik durch Kolleginnen, Familie oder frühere Autoritätspersonen
- Unklare innere Rangordnung: Bin ich Fachkraft, Unternehmer, Helfer, Künstler, Rebell, Retter oder Dienstleister?
10 Unternehmensbereiche und deren Herausforderungen
1. Mentale Bremsen: Positionierung
- Identitätsunsicherheit zwischen Helferrolle und Unternehmerrolle
Viele EPU erleben sich fachlich als kompetent, aber innerlich nicht selbstverständlich als Unternehmer. Sie beraten, begleiten, unterstützen oder unterrichten gut, haben aber Hemmung, daraus eine klare Marktposition zu machen. - Angst vor sozialer Bewertung
Positionierung macht sichtbar. Damit entsteht die Möglichkeit, kritisiert, verglichen, missverstanden oder abgelehnt zu werden. Das kann alte Erfahrungen von Beschämung, Abwertung oder Nicht-gesehen-Werden berühren. - Konflikt zwischen Zugehörigkeit und Eigenständigkeit
Wer klar sagt, wofür er steht, grenzt sich auch ab. Psychologisch kann das als Risiko erlebt werden: „Wenn ich eigenständig auftrete, gehöre ich vielleicht nicht mehr dazu.“ - Unbewusste Loyalität zu alten Rollen
Manche bleiben innerlich Schüler, Assistent, Kollege, Helfer oder „braver Dienstleister“, obwohl sie längst eine eigenständige fachliche Autorität haben. - Angst vor Festlegung als Angst vor Identitätsverlust
Sich auf eine klare Position zu konzentrieren, kann sich innerlich so anfühlen, als würde man andere wichtige Anteile von sich verraten oder abschneiden.
2. Mentale Bremsen: Angebot
- Selbstwert wird über Leistung kompensiert
Wenn der eigene Wert innerlich nicht stabil genug erlebt wird, wird das Angebot überladen: mehr Inhalte, mehr Zeit, mehr Betreuung, mehr Zusatznutzen. Das Angebot soll dann beweisen, dass man „genug“ ist. - Angst vor Wirksamkeitsverantwortung
Ein klares Angebot macht verbindlich. Gerade Berater und Coaches wissen, dass Ergebnisse nie vollständig kontrollierbar sind. Daraus kann eine Scheu entstehen, den Nutzen überhaupt klar zu benennen. - Ambivalenz zwischen Geben und Begrenzen
Viele helfende Berufe haben ein starkes Gebe-Motiv. Wirtschaftlich tragfähige Angebote brauchen aber Grenzen: Beginn, Ende, Preis, Leistungsumfang. Genau diese Begrenzung kann Schuldgefühle auslösen. - Angebote als Ausdruck alter Anerkennungsstrategien
Manche Angebote entstehen nicht aus Marktlogik, sondern aus dem inneren Wunsch: „Dann sieht man endlich, was ich alles kann.“ - Unbewusste Vermeidung von Kaufentscheidung
Solange ein Angebot diffus bleibt, kann es auch nicht eindeutig abgelehnt werden. Unklarheit schützt dann vor dem Schmerz eines klaren Neins.
3. Mentale Bremsen: Zielgruppe
- Resonanz auf vertraute Bedürftigkeit
Manche EPU fühlen sich besonders zu Zielgruppen hingezogen, deren Belastungen ihnen vertraut sind. Das kann hohe Empathie erzeugen, aber auch alte Retter-, Beweis- oder Versorgungsmuster aktivieren. - Schuldgefühl gegenüber zahlungsschwächeren Menschen
Besonders im psychosozialen Feld entsteht häufig ein innerer Konflikt: „Gerade die, die es brauchen, können es sich vielleicht nicht leisten.“ Das kann zu Unterpreisung oder Selbstausbeutung führen. - Angst vor Kunden mit Status, Geld oder hoher Erwartung
Anspruchsvolle Kunden können innere Autoritätsthemen berühren: „Bin ich gut genug? Darf ich vor solchen Menschen sicher auftreten?“ - Anerkennung ersetzt Kaufbereitschaft
Eine Zielgruppe, die lobt, interessiert ist und emotional dankbar reagiert, kann sich gut anfühlen, auch wenn sie wirtschaftlich nicht trägt. - Wiederholung alter Beziehungsmuster
Manche Kundentypen aktivieren alte Dynamiken: gefallen wollen, kämpfen, retten, erklären, sich rechtfertigen, aushalten oder sich zurückziehen.
4. Mentale Bremsen: Sichtbarkeit
- Sichtbarkeit als potenzielle Beschämung
Öffentlich aufzutreten kann alte Erinnerungen an Kritik, Ausgelachtwerden, Bloßstellung oder Abwertung aktivieren, auch wenn die aktuelle Situation sachlich ungefährlich ist. - Scham über Selbstdarstellung
Viele verwechseln klare Kommunikation mit Angeberei. Dadurch bleibt ihre Sprache klein, vorsichtig, indirekt oder übermäßig sachlich. - Angst vor Neid und Angriff
Erfolg und Sichtbarkeit können unbewusst mit sozialer Gefahr verbunden sein: „Wenn ich mich zeige, werde ich angegriffen, beneidet oder ausgeschlossen.“ - Innere Zensur durch imaginierte Fachöffentlichkeit
Beim Schreiben oder Sprechen sitzt innerlich oft ein kritischer Kollege, Lehrer, Prüfer oder früherer Autoritätsmensch mit am Tisch. Die eigentlichen Kunden verschwinden aus dem Blick. - Unregulierte Aktivierung vor Veröffentlichung
Postings, Website-Texte, Videos oder Angebote lösen körperlich Stress aus: Enge, Unruhe, Aufschub, Perfektionismus, Löschimpuls. Das ist weniger Faulheit als oft eine Form sozialer Schutzreaktion.
5. Mentale Bremsen: Glaubenssätze zu Verkauf und Geld
- Honorar als Selbstwertprüfung
Der Preis wird innerlich nicht nur als wirtschaftliche Zahl erlebt, sondern als Aussage über den eigenen Wert. Deshalb kann ein Nein des Kunden persönlich verletzend wirken. - Preisnennung als Konfrontation
Einen Preis klar auszusprechen bedeutet: „Das ist meine Bedingung.“ Für konfliktvermeidende Menschen kann das wie eine Zumutung wirken. - Geldannahme und Schuldgefühl
Gerade helfende Menschen erleben Geldnehmen manchmal als moralisch heikel: „Darf ich verdienen, wenn jemand leidet, sucht oder Unterstützung braucht?“ - Loyalität zu Bescheidenheit oder Mangel
Wenn das Herkunftssystem stark von Knappheit, Sparsamkeit oder Misstrauen gegenüber Wohlstand geprägt war, kann finanzieller Erfolg innerlich fremd oder gefährlich wirken. - Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen
Manche EPU geben viel leichter als sie nehmen. Verkauf, Honorar, Storno-Regeln und klare Zahlungsbedingungen bringen dieses Ungleichgewicht direkt an die Oberfläche.
6. Mentale Bremsen: Struktur und Umsetzung
- Struktur als Bedrohung von Autonomie
Viele EPU haben sich selbständig gemacht, um frei zu sein. Prozesse, Routinen und Planung können deshalb innerlich wie Fremdbestimmung wirken. - Chaos als Spannungsregulation
Unordnung, offene Projekte und ständiges Reagieren können unbewusst vertraut sein. Sie erzeugen Stress, aber auch ein Gefühl von Lebendigkeit oder Wichtigkeit. - Aufschub als Schutz vor Bewertung
Solange ein Projekt nicht fertig ist, kann es nicht scheitern, nicht kritisiert und nicht verkauft werden. Perfektionismus schützt dann vor Realitätskontakt. - Ideenflut als Flucht vor Abschluss
Neue Ideen geben Dopamin, Hoffnung und Identität. Umsetzung, Wiederholung und Verkauf sind weniger aufregend, aber wirtschaftlich entscheidend. - Zahlenangst als Angst vor Wahrheit
Buchungen, Einnahmen, Kosten, Conversion und Auslastung zeigen nüchtern, wo man steht. Wer diese Zahlen vermeidet, schützt kurzfristig sein Selbstbild und gefährdet langfristig sein Unternehmen.
7. Mentale Bremsen: Kundenbeziehung und Abgrenzung
- Honorar als Selbstwertprüfung
Der Preis wird innerlich nicht nur als wirtschaftliche Zahl erlebt, sondern als Aussage über den eigenen Wert. Deshalb kann ein Nein des Kunden persönlich verletzend wirken. - Preisnennung als Konfrontation
Einen Preis klar auszusprechen bedeutet: „Das ist meine Bedingung.“ Für konfliktvermeidende Menschen kann das wie eine Zumutung wirken. - Geldannahme und Schuldgefühl
Gerade helfende Menschen erleben Geldnehmen manchmal als moralisch heikel: „Darf ich verdienen, wenn jemand leidet, sucht oder Unterstützung braucht?“ - Loyalität zu Bescheidenheit oder Mangel
Wenn das Herkunftssystem stark von Knappheit, Sparsamkeit oder Misstrauen gegenüber Wohlstand geprägt war, kann finanzieller Erfolg innerlich fremd oder gefährlich wirken. - Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen
Manche EPU geben viel leichter als sie nehmen. Verkauf, Honorar, Storno-Regeln und klare Zahlungsbedingungen bringen dieses Ungleichgewicht direkt an die Oberfläche.
8. Mentale Bremsen: Familie und Herkunftssystem
- Übernommene Arbeits- und Geldbilder
Sätze wie „Geld muss hart verdient werden“, „Selbständigkeit ist unsicher“, „Man darf nicht auffallen“ oder „Wer viel verlangt, ist gierig“ wirken oft weiter, auch wenn man ihnen rational nicht zustimmt. - Erfolg als Trennungserfahrung
Wer erfolgreicher, freier oder sichtbarer wird als das Herkunftsumfeld, kann unbewusst das Gefühl bekommen, sich zu entfernen oder illoyal zu werden. - Familiäre Rollenzuweisungen
Manche waren früh verantwortlich, vermittelnd, brav, stark, angepasst, unsichtbar oder leistungsorientiert. Diese Rollen können später das Unternehmerverhalten prägen. - Partnerschaftliche Systemspannung
Wachstum eines EPU verändert auch Macht, Zeit, Geld, Aufmerksamkeit und Selbstbild in der Partnerschaft. Das kann Unterstützung bringen oder verdeckte Spannungen erzeugen. - Privatraum und Arbeitsraum vermischen sich
Bei vielen EPU ist die Grenze zwischen Familie, Wohnen, Arbeit und Erholung nicht klar genug. Dadurch wird das Unternehmen nie ganz verlassen und das Privatleben nie ganz geschützt.
9. Mentale Bremsen: Kundenbeziehung und Abgrenzung
- Daueranspannung als Sicherheitsstrategie
Manche bleiben innerlich ständig „auf Empfang“, weil Entspannung sich unsicher anfühlt. Kontrolle ersetzt Vertrauen. - Erholung ist an Leistung gekoppelt
Ruhe wird erst erlaubt, wenn alles erledigt ist. Da bei EPU nie alles erledigt ist, entsteht chronische Überarbeitung. - Selbstwert durch Nützlichkeit
Wer sich vor allem dann wertvoll fühlt, wenn er gebraucht wird, hat Mühe mit Pausen, Leerlauf, Urlaub oder Nicht-Erreichbarkeit. - Unverarbeitete Kundenthemen bleiben im System
Gerade intensive Beratung, Aufstellung, Hypnose oder Krisenarbeit kann körperlich und emotional nachwirken. Ohne bewusste Übergänge bleibt der Organismus im Arbeitsmodus. - Frühwarnsignale werden moralisch überdeckt
Müdigkeit, Gereiztheit, Rückzug, Schlafprobleme oder innere Leere werden nicht als Signale gelesen, sondern mit Disziplin, Schuld oder noch mehr Arbeit beantwortet.
10. Mentale Bremsen: Wachstum und Zukunft
- Wachstum aktiviert Kontrollverlust
Mehr Kunden, größere Gruppen, höhere Preise oder Kooperationen bedeuten: Das System wird komplexer. Wer Sicherheit stark über Kontrolle herstellt, erlebt Wachstum ambivalent. - Die alte Identität passt nicht mehr zur nächsten Stufe
Der fleißige Einzelkämpfer, der alles persönlich macht, kann ein Unternehmen nur bis zu einem bestimmten Punkt tragen. Danach braucht es Führung, Delegation, Standardisierung und Auswahl. - Angst vor sozialer Veränderung
Mehr Erfolg verändert Beziehungen. Menschen reagieren anders. Manche bewundern, manche kritisieren, manche ziehen sich zurück. Das kann unbewusst bremsen. - Freiheit und Wachstum stehen scheinbar im Widerspruch
Viele EPU wollen mehr Umsatz, aber nicht mehr Verpflichtung. Das ist verständlich. Deshalb muss Wachstum so gestaltet werden, dass es Freiheit nicht zerstört. - Fehlendes inneres Zukunftsbild
Wer kein körperlich stimmiges Bild der nächsten Stufe hat, bleibt oft beim Vertrauten, auch wenn es zu klein geworden ist. Die Zukunft muss nicht nur gedacht, sondern innerlich bewohnbar werden.
Format
Live-Präsenz-Workshop in Graz.
Freitags Nachmittag - Abend und Samstag (so lange es dauert, maximum 19h).
Maximal 10 Teilnehmer
Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit für eine eigene Aufstellung im Arbeitskontext und wirkt als Darsteller in anderen Aufstellungen.
Erfahrungen und weitere Erkenntnisprozesse durch Aufstellungen, Austausch in Gruppen, NLP.
Im Rahmen des zeitlich Möglichen: Hypnose und Archetypenarbeit.

Termine, Beitrag
3.-4. Juli 2026
Fr. 17h-21h
Sa. 09h bis max 19h
Kosten: € 220,-
Workschopleiter
Gerald Schifneg, MSc